Freitag, 27. April 2018

 Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst: 112

Historie

Die ersten Feuerwehrtechnischen Maßnahmen in Oberschledorn reichen weit zurück. Denn am 17. Mai 1890 wurde unsere Ortschaft von einem folgenschweren Brandunglück heimgesucht. 18 Wohnhäuser, 13 Scheunen und Viehställe mit allen Vorräten und Einrichtungen, sowie die Kapelle fielen dem Feuer zum Opfer. Nur Monstranz und zwei wertvolle Heiligenfiguren, St. Antonius und St. Agatha, wurden gerettet. 3 Personen wurden schwer verletzt. 21 Familien mit 129 Personen der 364 Einwohner wurden Obdachlos. Die Gebäude (Fachwerk mit Strohdächer) waren nur gering versichert. Eine Mobiliarversicherung bestand nicht. Aber wie kam es zu diesem folgeschweren Unglück. In der unteren Dorfmitte spielte ein Kind in der Viehküche eines Gehöftes mit Holzspähen. Im "Mantelpott" kochten Schweinekartoffeln. Die Herdklappe war höchst fahrlässig nicht verschlossen worden. Durch die Öffnung sprühte das Feuer glühende Fünkchen aus. Sie entzündeten die Holzspähen. Im Nu brannte die Viehküche. Das Feuer erfasste das Fachwerk und griff dann auf das trockene Strohdach über. Noch ehe die Leute das Unglück begriffen, brannten die umliegenden Gebäude.

Die Löschgruppe Oberschledorn wurde im Mai 1924 gegründet - ein genaueres Datum liegt zur Zeit nicht vor.

Langjähriger Brandmeister war Josef Genster. Als dieser 1955 aus Altersgründen abdankte, übernahm Hubert Becker (Müels) das Amt des Wehrführers und Brandmeisters. Ihm stand Johann Rabe (Goschkes) als Übungsleiter und stellv. Wehrführer zur Seite. Sechs Jahre später erhielt die Wehr eine neue Tragkraftspritze, die in Verbindung mit dem Erntedankfest geweiht wurde.

Am 13. Juli 1962 wurde während des Amtsfeuerwehrtages die neue Standarte eingeweiht. Sie trägt auf einer Seite das Symbol der Schutzpatronin St. Agatha. Zu den Höhepunkten in der Geschichte zählt unter anderem der Bau des Feuerwehrgerätehauses, das nach seiner Fertigstellung am 01.05.1965 kirchlich eingeweiht wurde. Im gleichen Jahr bekam die Löschgruppe ihr erstes motorisiertes Feuerwehrfahrzeug, einen VW Bus, indem die Tragkraftspritze und die Ausrüstung untergebracht wurde. In diesen Jahren nahm die Wehr an mehreren Schnelligkeitsübungen teil und belegte immer vordere Plätze. 

Nachdem Gebietsänderungsvertrag vom 16.11.1967 gehört die Gemeinde Oberschledorn zur "Großgemeinde Medebach". Seit diesem Zeitpunkt gehört die Freiwillige Feuerwehr Oberschledorn der Feuerwehr der Stadt Medebach an. Sie nennt sich nun Löschgruppe Oberschledorn.

Anfang der 70er machten sich Nachwuchssorgen bemerkbar. Um diesen entgegen zu wirken wurde 1972 eine Jugendfeuerwehr gegründet, die 1997 auf ihr 25-jähriges bestehen zurückblicken konnte.

Als Brandmeister Hubert Becker aus beruflichen Gründen nach 21-jähriger Brandmeistertätigkeit abdankte, übernahm Brandmeister Willi Aufmhof (Küls) die Löschgruppe Oberschledorn. Er übte sein Amt 8 Jahre aus und übergab es 1984 an Ferdi Hellwig (Braukes).

Als im Jahre 1990 das alte Feuerwehrfahrzeug abgezogen wurde, bekam die Löschgruppe Oberschledorn ein neues Fahrzeug das am 17. März 1990 übergeben und eingeweiht wurde. Aus rechtlichen Gründen gründete die Freiwillige Feuerwehr und Löschgruppe Oberschledorn einen "Förderverein", der den Namen "Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Oberschledorn" trägt. Der Verein übernahm die Geschäfte der Freiwilligen Feuerwehr und Löschgruppe Oberschledorn. Er dient der Förderung des Feuer- und Zivilschutzes; des weiteren fördert er das Löschwesen, wirbt für den Brandschutz, fördert die Jugendarbeit und pflegt die Tradition und Kameradschaft. Der Förderverein wird zur Zeit von Oberbrandmeister und Löschgruppenführer Ferdi Hellwig geleitet. Ihm gehören 35 Fördermitglieder und 25 aktive der Einsatzabteilung an. Der Verein arbeitet nach dem Motto: 

"Gott zur Ehr -

dem nächsten zur Wehr"

Die Freiwillige Oberschledorn hat neben ihrer Tätigkeit als Löschgruppe, besonders nach 1945 zahlreiche Aufgaben in der Gemeinde übernommen. So errichtete sie 1965 an der Hardt ein großes Holzkreuz, das zur Osterzeit zuerst mit Pechfackeln, heute mit Glühbirnen beleuchtet wird und Zeugnis von der Auferstehung Christi ablegt. Seit 1945 fühlt sich die Wehr verantwortlich für die Errichtung und für das Abbrennen des zur Tradition gewordenen Osterfeuers.

Im Herbst eines jeden Jahres veranstaltet die Feuerwehr das traditionelle Kartoffelbraten, das früher am Eichenwäldchen stattfand, heute am Feuerwehrgerätehaus durchgeführt wird und sich durch Kinderbelustigungen und Wasserspiele allgemeiner Beliebtheit erfreut. Hilfe und Unterstützung findet die St. Antonius Schützenbruderschaft durch die Löschgruppe bei ihrer jährlichen Abendwanderung.

Nach der Renovierung des Gerätehauses im Jahr 2011 bekam die Löschgruppe im gleichen Jahr ein neues Feuerwehrfahrzeug Typ HLF 10/6 seitens der Hansestadt Medebach übergeben.

Aufgrund des 90- jährigen Jubiläum fand der Stadtfeuerwehrtag, der Stadt Medebach in Oberschledorn statt. Nach einer kurzen Dienstbesprechung der Brandmeister und des Rates der Hansestadt Medebach, begann der Stadtfeuerwehrtag um 16:30 Uhr mit dem Empfang der Löschzüge, Löschgruppen und Ehrengäste an der Schützenhalle an Oberschledorn, in der es auch eine große Fahrzeugausstellung alter und neuer Feuerwehrfahrzeuge gab. Von dort startete um 17:30 Uhr ein großer Festzug mit allen städtischen und benachbarten Löschzügen, Löschgruppen, Ehrengästen, dem Musikverein Oberschledorn, sowie dem Spielmannszug Blau Weiß Oberschledorn Richtung Ehrenmal. Danach ging es zurück in die Schützenhalle. Hier stehen als erstes die Begrüßung, sowie Ansprachen der Ehrengäste, Vertreter der geladenen Vereine und Wehren an. Um 20 Uhr begann der große Feuerwehrball mit Musik und Tanz.

Im Oktober 2016 wurde durch Kameraden der Löschgruppe der Vorplatz des Feuerwehrgerätehauses am alten Bahndamm neu gepflastert.

Da der alte Gerätewagen in die Jahre gekommen war, bekamen wir das alte TSF der Löschgruppe Düdinghausen als neuen Gerätewagen in unseren Fahrzeugbestand. Somit verfügen wir weiterhing über zwei Einsatzfahrzeuge an unserem Standort.